© Credits: Cathrin Bach
Nachbarschaft | Porträt

Bezauberndes Treptow-Köpenick: Ein Kiezspaziergang mit degewo-Mitarbeiterin Catharina

Es ist ein Bezirk der Superlative: Er ist der flächenmäßig größte Berlins, der grünste und der sowohl südlichste als auch östlichste der Stadt. 70 Prozent der Fläche bestehen aus Wasser, was ihn zum Bezirk mit der meisten Wasserfläche macht. Außerdem liegt hier die längste Straße Berlins und die kleinste Brauerei der Welt. degewo-Mitarbeiterin Catharina nimmt Sie mit auf einen Spaziergang durch Treptow-Köpenick.

Vor vier Jahren ist degewo-Mitarbeiterin Catharina für die Liebe nach Berlin gezogen. Ihr geliebtes Meer hinter sich zu lassen, war ein sehr großer Schritt für sie. So lag es nah, dass sie ein neues Zuhause mit viel Wasser in der Umgebung brauchte. Und Wasser gibt es in Treptow-Köpenick reichlich. Catharina führt Sie durch ihren Bezirk – mit vielen Fotos und spannenden Hintergrundinformationen.

Treptow-Köpenick, wasserreichster Bezirk Berlins

Mein Name ist Catharina, ich bin eine der acht Quartiersmanagerinnen bei degewo. Treptow-Köpenick ist seit mittlerweile vier Jahren mein Zuhause, genauer gesagt Adlershof. In dem Bezirk treffen sich Dahme, Spree und die Müggelspree, der Müggelsee ist ums Eck und lädt nicht nur am Wochenende zu einem Ausflug ein.

© Credits: Cathrin Bach
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Doch nicht nur das Wasser lockt als Ausflugsziel: Für mich als neue Bewohnerin der Stadt lässt sich überall Neues entdecken und Interessantes finden, und das am besten zu Fuß. Ich lade Sie gern ein, mit mir einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Beginnen wir im Dichterviertel in Oberschöneweide.

Von Dichtkunst und Industrie

Oberschöneweide liegt am nördlichen Ufer der Spree, hier findet man noch viele alte Industriebauten. Die AEG siedelte hier eine Fabrik für Akkumulatoren an, 1898 folgten die Deutschen Niles-Werke für den Werkzeugmaschinenbau. Im Laufe der Jahre entstand hier ein industrielles Ballungsgebiet, das erst nach der Wiedervereinigung als traditionsreicher Industriestandort an Bedeutung verlor. Auf den ehemaligen Industrieflächen haben sich mittlerweile viele kleine Handwerksbetriebe angesiedelt. Kulinarischer Tipp: das Kranhaus.

Nach den großen Dichtern der Geschichte sind auch in Oberschöneweide Straßen benannt worden, wir gehen die Fontanestraße entlang und gelangen zu einem wunderschönen Kleinod des degewo-Bestandes, dem Fontanehof. Der Fontanehof wurde in den Jahren 1924-1930 erbaut, die Pläne lieferten die Architekten Krämer und Ziesel. 2001 wurde der Hof umfassend saniert und der Innenhof des Ensembles neu gestaltet.

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Wald, Wohnen, Wiesenspaß

Gegenüber dem Fontanehof verläuft der Volkspark Wuhlheide mit diversen tollen Freizeit- und Erholungsangeboten wie Kletterpark, Waldspielplatz und Parkeisenbahn, dem FEZ, dem Haus für Natur und Umwelt und einem schön angelegten Waldfriedhof. Weiter in Richtung Osten, entlang der Straße „An der Wuhlheide“, finden wir einen weit fortgeschrittenen Neubau, einen der vielen degewo-Neubauten im KC Südost. Hier entstehen 54 Wohnungen.

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Von dort ist es ein Katzensprung zu den nächsten, für mich sehr interessanten Orten im Bezirk: das Stadion vom 1. FC Union und gegenüber der Mellow Park. Ich bin zwar kein eingefleischter Fußballfan, aber wenn man so einen verwurzelten Verein direkt vor der Haustür hat, dann ist es sehr schwer, sich nicht dafür zu begeistern. Die Entscheidung, der Aufstieg – Köpenick stand Kopf: „Und niemals vergessen, Eisern Union!“

Im Mellow Park gibt es Sport der anderen Art, Skaten und BMX-Räder sind hier die Hauptsache, viele schöne Stunden habe ich hier verbracht beim Mellow Jam und beim Holy Horst, dem kleinen und feinen Weihnachtsmarkt. Im Sommer können sich Wasserratten hier auch im Stand-up-Paddeln auf der Spree probieren.

Architekturschätze unter Denkmalschutz

Nachdem wir uns hier umgesehen haben, biegen wir rechts auf die Spindlersfelder Brücke ab, über die Spree geht es nun rüber nach Spindlersfeld, benannt nach Wilhelm Spindler, der hier im 19. Jahrhundert eine Wäscherei und Färberei gründete. Er ließ für die Arbeiter der Fabrik günstigen Wohnraum bauen, die Gebäude stehen mittlerweile unter Denkmalschutz. Einige davon befinden sich auch im Bestand von degewo.

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Die Köpenicker Altstadt: Juwel an der Spree

Am Wasser an der Spree entlang Richtung Altstadt können wir das gesamte ehemalige Firmengelände bestaunen. Durch den Mentzelpark, entlang der Gutenbergstraße, kommen wir dann über den Köllnischen Platz zur ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden wunderschönen Altstadt von Köpenick. Das alte Flussbad, das Schlossplatztheater, die kleinste Brauerei der Welt und das Köpenicker Schloss sind nur einige Sehenswürdigkeiten in diesem Teil des Bezirks.

Kiezkenner²

Wir bei degewo kennen unsere Kieze wie die eigene Westentasche. Und wir sorgen dafür, dass Kieze zu lebenswerten Nachbarschaften werden, in denen man gerne zu Hause ist. Als Kiezkenner wissen wir, wo der Schuh drückt und haben ein Ohr für die Mieterinnen und Mieter der Stadt. Von Grünflächen bis zu Freizeitangeboten, von Betreuungs- bis zu Bildungsangeboten haben wir alles im Blick, was Quartiere lebendig macht. Mit Weitblick für Berlin.

© Credits: Cathrin Bach
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Woher kommt aber eigentlich der Name Köpenick?

Der Sage nach hat ein Fischer am Müggelsee einen großen Krebs getroffen, der ihm sagte, dass er ihm viel Glück bringen und ihn zu einem reichen Mann machen würde, wenn er ihn nur zum ersten Ort jenseits der Spree bringen würde. Der Fischer jedoch nahm den Krebs mit nach Köpenick und wollte ihn dort verkaufen. Da der Krebs so groß war, fand sich auch bald ein Käufer. Der Krebs rief jedoch „Kööp nich! Kööp nich!“, was den Fischer daran erinnerte, dass er den Krebs jenseits der Spree absetzen sollte, wenn er ein reicher Mann zu werden wollte. Er überquerte die Spree nach Stralau, wo er den Krebs für viel mehr Geld verkaufte. Die Worte, die der Krebs auf dem Markt gesprochen hatte, wurden zum Namen der Stadt Köpenick.

Freiheitskampf und Wohnkultur im Allende-Viertel

Über den Müggelheimer Damm gehen wir weiter ins Allende-Viertel. Das Allende-Viertel wurde in zwei Abschnitten zwischen 1971-73 und 1981-83 erbaut. Für die damaligen Verhältnisse waren diese Wohnungen sehr modern. Sie wurden mit Fernwärme geheizt, verfügten über eine sehr gut ausgestattete Einrichtung und gut durchdachte Grundrisse. Diese Häuser wurden – wie für Großsiedlungen typisch – aus vorgefertigten Betonplatten gebaut. Im Allende-Viertel gibt es zwei Bautypen, QP 64 und P2. Die Abkürzung QP steht für Quertafelbauweise und Plattenbau, mit einer Raumbreite von 3,60 Metern. P2 zeichnet sich durch einen offenen Grundriss und eine breite Fensterfront aus, Bad und Küche wurden in das Innere des Baus verlegt. Zu Ehren des ersten vom Volk gewählten chilenischen Präsidenten Dr. Salvador Allende wählte die damalige Regierung diesen Namen für das Neubaugebiet aus. Ebenso wurden viele Straßen und Einrichtungen nach herausragenden Repräsentanten des Freiheitskampfes des chilenischen Volkes benannt. In zwei Jahren feiern wir hier ein großes Fest, den 50. Geburtstag des Allende-Viertels. Viele weitere Informationen stehen auf der Infotafel an Pablo-Neruda-Straße 14, die ich interessierten Besuchern gern ans Herz lege.

© Credits: Cathrin Bach
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Friedrichshagen: Orte zum Wohlfühlen

Um uns etwas von Häusern, Straßen und Menschen zu erholen, gehen wir durch die Kämmereiheide und genießen die Ruhe in dem Waldstück. Am Ende des Müggelschlösschenwegs finden wir den Spreetunnel, der uns unter der Spree nach Friedrichshagen bringt. Friedrichshagen, du wunderschöner Kiez! Als ich vor vier Jahren gefragt wurde, wo ich wohnen möchte, da war meine erste Antwort: in Friedrichshagen! Die alten Häuser, die ruhigen Seitenstraßen und verwinkelten Gassen – es sind Orte zum Wohlfühlen. Auch hier ist das Thema Denkmalschutz allgegenwärtig. Fassaden und Außenanlagen erzählen ihre Geschichte, viele Gebäude in Friedrichshagen betreut degewo seit vielen Jahren. Der Bummel durch den Stadtteil ist sehr zu empfehlen. Zum Verweilen laden verschiedene Lokalitäten ein, für jeden ist etwas dabei. Das Eiscafé Klatsch in der Bölschestraße 25, das mit einem leckeren Angebot die Süßschnuten anspricht, oder die beliebte Trattoria Tresoli, wo im Parmesanlaib die Spaghetti flambiert werden.

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Nach dieser spannenden Tour lassen wir es für heute ausklingen. In Friedrichshagen setze ich Sie in die S3 in Richtung Innenstadt. Gern begrüße ich alle für einen weiteren Spaziergang. Wir haben noch lange nicht alles gesehen in diesem wunderschönen Bezirk.