Stadtentwicklung

Raum für Natur: Blühwiesen in den degewo-Quartieren

Eine wilde, bunte Blühwiese sieht nicht nur schön aus, sie ist auch nützlich. Denn sie sichert Lebensraum und Artenvielfalt. Doch einfach wild wuchern lassen? Lieber nicht! Wir erklären warum.

Seit 1989 ist die Zahl der Fluginsekten in Deutschland um rund drei Viertel gesunken. Das Problem ist so groß, dass sich auch der Berliner Senat engagiert und Projekte wie „Berlin summt“ und „Berlin blüht auf“ unterstützt. Das Ziel: Über 300 Bienenarten sollen in der Hauptstadt ein Zuhause finden. Wir unterstützen dieses Ziel und geben der Natur Raum zurück, beispielsweise in der Havensteinstraße in Lankwitz.

In Lankwitz haben Wildbienen eine Zukunft

Gemeinsam mit engagierten Mieterinnen und Mietern sowie dem Verein Blühstreifen Beelitz e.V. haben wir dort, auf der großen Freifläche vor unserem Zukunftshaus, eine Wildblumenwiese ausgesät. Der Mix aus 35 Pflanzenarten blüht zu unterschiedlichen Zeiten und verträgt den oft trockenen Sommer auf sandigem Boden. Es wachsen nur heimische Pflanzenarten auf der Wiese. Man muss weder wässern noch düngen. Gemäht wird einmal im Jahr. In der restlichen Zeit ziehen die Blumen verschiedene Fluginsekten an: Schmetterlinge, Käfer, Wildbienen. Letztere sind besonders nützlich. Sie tragen Pollen von einer Blüte zur nächsten und sorgen dafür, dass Pflanzen sich fortpflanzen können und Früchte tragen.

© Photo by Vincent van Zalinge on Unsplash

Keine Vorfahrt für den Wildwuchs

Zwar werden Themen wie Ökologie und Insektenschutz immer wichtiger. Doch nicht alle empfinden den lebendigen Teppich einer Blühwiese als Schönheit und argumentieren, die Wiesen sehen aus wie Unkraut. Für degewo gilt es also, die unterschiedlichen Wünsche zu verstehen, aber als Vermieter auch bestimmte Pflichten einzuhalten. Dazu zwei Beispiele: Der klassische, englische Rasen ist beliebt, flexibel nutzbar und lässt Platz zum Spielen und Toben. Allerdings ist er im Vergleich zu anderen Pflanzungen und Aussaaten besonders artenarm. Auch Hecken dienen als Lärm- und Staubschutz und bieten gleichzeitig Vögeln und anderen Arten Raum zum Leben – dürfen aber an Straßenecken nicht die Sicht behindern.

Blühwiesen anlegen braucht Zeit und Verständnis

Zudem ist es nicht einfach möglich, mal eben eine Blühwiese anzulegen. Denn Blühwiesen brauchen Zeit. Im ersten Jahr wirkte die Wiese in der Havensteinstraße tatsächlich etwas verloren – erst jetzt zwei Jahre später blüht, brummt und summt es. Zwar kostet der Aufbau einer Blühwiesen anfangs, allerdings sind sie jetzt im Unterhalt kostengünstiger als eine Rasenfläche, die regelmäßig gemäht werden muss. Ob Rasen- oder Wiesenfläche gepflegt wurde, bemerken Mieterinnen und Mieter bei den Betriebskosten nicht. Für viele durchaus ein wichtiger Punkt.

Schmetterling sitzt auf Lavendelblüten © Photo by Dan Freeman on Unsplash

Blühwiesen, Dachbegrünung und Dachgärten als Teil des Wohnumfeldes

Es ist wichtig, den Nutzen für die Natur aufzuzeigen, die Menschen vor Ort aktiv in die Gestaltung ihres Wohnumfeldes mit einzubeziehen und der Natur wieder mehr Raum zu geben. Unsere Stadtgestalter schauen sich jede Fläche genau an, bevor wir sie gestalten. Nach Sanierung oder bei Neubauten prüft unsere Bauabteilung, ob dort im Wohnumfeld Wiesenflächen angelegt werden können. Bei Neubauten setzen wir in großem Umfang auf Dachbegrünung und auch Dachgärten, wie beispielsweise bei unseren Neubauten Ludwig-Renn-Straße in Marzahn und Karl-Pokern-Straße in Friedrichshagen.