Blauer Eisenhut im Garten © Credits: Adobe Stock / Irina
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Warum heißt es … Eisenhutweg?

Dass Eisenhut eine Pflanze ist, haben Sie sicherlich schon gewusst. Doch kennen Sie die Mythen und Sagen, die sich um das Kraut ranken? Der degewo-Blog nimmt Sie mit auf eine botanische Entdeckungsreise, die mit Vorsicht zu genießen ist.

Im Eisenhutweg in Treptow-Köpenick wurden am 3. Juni 2022 die Spaten geschwungen, es waren aber keine Gärtner am Werk. Bald wächst hier dennoch etwas in die Höhe: Am Landschaftspark Adlershof bauen degewo und der Projektentwickler KW-Development ein Quartier mit 583 günstigen, barrierefreien Mietwohnungen sowie eine Kita. Grund genug, sich einmal anzuschauen, woher der Name Eisenhutweg kommt – und was in ihm alles mitschwingt. Lesen Sie hier den ersten Teil unserer Reihe „Warum heißt es …?“

Eisenhut: Eine Pflanze mit vielen Namen

Die Form der Blüten verleiht dem Eisenhut (lat. Aconitum) seinen Namen. Sie erinnern wahlweise an eine Mütze, einen Hut, eine Kappe oder einen Helm. Daher ist die Pflanze auch als Helmblume, Helmgiftkraut, Mönchskappe, Pfaffenmütze, Blaukappe, Sturmhut, Kappenhut, Reiterkappe oder Fischerkappe bekannt. Es gibt noch viele andere Namen für den Eisenhut. Die einen kennen ihn als Würgling, Fuchswurzel, Wolfsgift oder Ziegentod. Anderen ist auch die Bezeichnung Apollonienkraut geläufig. Der Name rührt daher, dass Eisenhut in früheren Zeiten als Mittel gegen Zahnschmerzen genutzt wurde. Apollonia, die Schutzpatronin der Zahnkranken, steht hier als Namenspatin.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Der bei uns heimische Blaue Eisenhut (lat. Aconitum napellus) sieht einigen ungiftigen Pflanzen zum Verwechseln ähnlich. So sind Fälle bekannt, in denen Eisenhut fälschlicherweise für Salbei, Wermut, Petersilie oder Beifuß gehalten wurde – mit schlimmen Folgen. Denn Eisenhut ist eine giftige Schönheit. Noch gefährlicher als der Verzehr der Blätter ist das Essen der Wurzel, die in einigen Fällen mit Sellerie oder Meerrettich verwechselt wurde. Schon wenige Gramm davon sind für den Menschen tödlich. Doch lässt man den Eisenhut in Ruhe, erfreut er mit seiner reichen Blütenpracht. Er ist eine beliebte Gartenpflanze und sollte aus Sicherheitsgründen lediglich außer Reichweite von Kindern und Haustieren angepflanzt werden. Es gibt über 300 Eisenhut-Arten in diversen Farben und Größen wie beispielsweise Herbst-Eisenhut oder Berg-Eisenhut, um etwas bekanntere Arten zu nennen.

Mythenumrankter Eisenhut: Racheblume und Todeskraut

Im Süden Europas erzählen Sagen von der tödlichen Wirkung des Eisenhuts. Der Ursprung des Eisenhuts in der griechischen Mythologie ist entsprechend düster: Der Garten der Herrscherin über die nächtlichen Schatten und Geister und Königin des Hades, Hekate, stand voll mit Eisenhutpflanzen. Schuld daran war ein Monster: Der Höllenhund und Wächter des Hades, Kerberos, verteilte den Pflanzensamen mit seinem Speichel im Garten der Hekate, als Herakles ihn an die Oberwelt verschleppte. So kam das Giftkraut in die Welt – und fand entsprechende Verwendung. In Ovids „Metamorphosen“ beispielsweise versucht Medea den legendären König Theseus mit Eisenhut zu töten. Aber auch in Fernost gibt es Überlieferungen, wonach mit Vergiftungen durch Eisenhut Komplotte geschmiedet und Widersacher aus dem Weg geräumt wurden. Auch im Norden ist das Kraut schon lange bekannt: Im nordischen Sagenschatz trägt der mächtigste Germanengott Wotan einen Helm aus – Eisenhut. Der es ihm erlaubt, unsichtbar zu werden und immer dann aufzutauchen, wenn die Menschen es am wenigsten erwarten.

Im Fall der Fälle: 112 wählen

Wenn klar ist, dass eine Eisenhutvergiftung vorliegt, rufen Sie sofort den Notarzt. Mehr Informationen erhalten Sie auch beim Giftnotruf, für Berlin ist die Charité zuständig.