Wohntipps

Alles, was Sie über den Wohnberechtigungsschein (WBS) wissen müssen

Artikel aus dem degewo-Magazin stadtleben 1/2020

Der Berliner Senat unterstützt Mieter mit Wohnberechtigungsscheinen (WBS). Doch die, denen ein WBS zusteht, rufen ihn oft nicht ab. Wir erklären, wie Sie prüfen können, ob Ihnen Unterstützung zusteht.

Sie suchen eine Wohnung bei degewo? Vielen Berlinern ist nicht klar, dass sie von den Vorteilen eines Wohnberechtigungsscheins profitieren könnten. Prüfen Sie daher unbedingt, ob Sie Anspruch auf einen WBS haben.

Wohnungsberechtigungsschein (WBS): Habe ich Anspruch?

Ob Sie Anspruch auf einen WBS haben, können Sie ganz einfach hier online prüfen. Bei degewo müssen nach dem Mietenbündnis 60 Prozent aller Wiedervermietungen an WBS-berechtigte Haushalte vermietet werden.

Ein WBS ist einkommensabhängig. Anspruch haben grundsätzlich die Haushalte, deren Einkommen die jeweils maßgeblichen Einkommensgrenzen nicht überschreitet. Ihr Haushaltseinkommen darf die im Wohnraumförderungsgesetz festgesetzten Einkommensgrenzen nur um bestimmte Prozentsätze überschreiten. Je nachdem, wie der Bau der Wohnung, die Sie beziehen wollen, finanziert wurde, darf Ihr Haushaltseinkommen um 40 bis 60 Prozent darüber liegen, in manchen Fällen gar um bis zu 80 Prozent.

Wie hoch sind die Einkommensgrenzen für den Berliner WBS 140?

Das Nettoeinkommen aller Bewohner darf maximal betragen:

• Single-Haushalt: 16.800 Euro pro Jahr
• Zweipersonenhaushalt: 25.200 Euro pro Jahr

Die Einkommensgrenze erhöht sich mit jeder weiteren Person im Haushalt:

• plus 5.740 Euro pro Jahr für jeden Erwachsenen
• plus 700 Euro pro Jahr für jedes Kind

Berechnungsgrundlage sind die zu erwartenden Einkünfte der kommenden zwölf Monate – und zwar aller Haushaltsbewohner. Einkünfte sind zum Beispiel Gehälter, Renten, Eltern-, Arbeitslosen- und Krankengeld (nicht aber das Kindergeld). Von dieser Summe können jeweils bis zu zehn Prozent abgezogen werden für: Lohn-/Einkommenssteuer, Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Krankenkasse und zur gesetzlichen Rentenversicherung – also maximal 30 Prozent.

Je nach Situation können außerdem weitere Pauschalen abgezogen werden. Weitere Infos dazu gibt es in der Berliner Mietfibel.

Wie groß darf eine Sozialwohnung sein?

Grundsätzlich gilt: Auf jede Person, die im Haushalt lebt, entfällt ein Wohnraum. Küche und Nebenräume werden nicht angerechnet. Halbe Zimmer (kleiner als 10 m2) zählen als ganze Räume. Abweichend davon können zum Beispiel Singles unter Umständen auch Eineinhalb- oder Zweizimmer-Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von bis zu 50 Quadratmetern beziehen.

Was ist ein „WBS mit besonderem Wohnbedarf“?

Es gibt Sozialwohnungen, die nur an WBS-Inhaber mit sogenanntem besonderen Wohnbedarf vermietet werden dürfen. Zum Beispiel Schwerbehinderte oder Familien, die in räumlich unzureichenden Wohnverhältnissen leben.

Wo beantrage ich einen WBS?

Beantragen Sie einen WBS beim Bürgeramt, Termine gibt es auf berlin.de.