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Sport | Engagement

Ehrenamt in Berlin: Schon eine Stunde im Monat lohnt sich

Gut 800.000 Berlinerinnen und Berliner spenden freiwillig ein kostbares Gut: ihre Zeit. Ehrenamtliches Engagement gibt es in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt.  Die Berliner Freiwilligenagenturen helfen bei der Suche nach dem richtigen Ehrenamt für jeden Geschmack und Zeitplan.

In Nachbarschaftscafés helfen, Kindern vorlesen, Senioren besuchen, Bäume gießen oder einfach mal Haken an eine Umkleide-Wand dübeln: Wer sich engagieren möchte, kann das in Berlin ganz einfach in die Tat umsetzen. Fast jeder Dritte übernimmt hier freiwillig Verantwortung im Rahmen eines Ehrenamts. Wie finden Sie heraus, ob das auch was für Sie wäre? In allen Bezirken der Stadt finden sich Freiwilligendienste, die jede Frage rund ums Ehrenamt beantworten und den richtigen Einsatzort für jeden finden können.

Vollzeitjob plus Ehrenamt: Geht das?

Klar, es gibt Menschen, die sich leichter engagieren können, weil sie mehr Zeit zur Verfügung haben. Aber kann ein Ehrenamt funktionieren, wenn ich schon 40 Stunden die Woche arbeite? In vielen Fällen lautet die Antwort: ja! Denn ehrenamtliches Engagement bedeutet nicht, dass Sie mehrmals pro Woche im Einsatz sein müssen. In der Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen arbeiten Sie zum Beispiel meist in klar definierten Zeitfenstern von wenigen Stunden. Auch in der Seniorenbetreuung ist das oft möglich. Und es gibt noch viele weitere Einsatzgebiete! Die Berliner Freiwilligendienste helfen Ihnen bei der Auswahl der richtigen Stelle.

Vanessa Henning, Stefanie Corogil und Matthias Bánffy von der Spandauer Freiwilligenagentur

Auch in Spandau gibt es viele helfende Hände

Wie in anderen Bezirken auch gibt es ab jetzt in Spandau die Adresse fürs Ehrenamt. Einfach in der Altstadt auf Höhe der Nikolai-Kirche einmal abbiegen: Schon steht man vor der Spandauer Freiwilligenagentur. Und trifft dort auf drei Profis, die hier seit sechs Monaten alle Fragen rund ums Ehrenamt beantworten. Es sei weniger wichtig, wie alt man ist und wie viel Zeit man zur Verfügung hat, beim passenden Ehrenamt gehe es vor allem um die Frage, worauf man wirklich Lust hat, meinen die Spandauer. Ein Ehrenamt soll Freude bringen und Spaß machen, jede und jeder kann sich einbringen.

Wir sind dafür da, Menschen mit den ehrenamtlichen Projekten in Spandau zu verbinden. Und den ehrenamtlichen Projekten helfen wir wiederum, eben die Menschen zu finden, die sich einbringen wollen.

- Matthias Bánffy

In der gut sortierten Datenbank der Agentur finden sich auch kleine Initiativen wie Seniorenclubs, Nähläden oder Kinderbauernhöfe, die nach Hilfe suchen. Da sollte eigentlich für jeden und jede etwas dabei sein. Dem Agentur-Motto entsprechend: „Egal ob drinnen oder draußen.“

Berliner Stadtmission: Für alle, die mehr als Kleider spenden wollen

Die Wahl des richtigen Outfits hat nicht nur mit Trends zu tun. Wer auf der Straße lebt, benötigt vor allem warme Kleidung und Zubehör wie Isomatten und Schlafsäcke in den kalten Monaten. Die Spendenausbeute der Berliner Stadtmission zeigt, dass zwar viele Menschen spenden, ihre Kleidung jedoch antizyklisch abgeben: Winterkleidung im Sommer und andersherum. Bereiten Sie Ihre nächste Spende daher gut vor und geben Sie sie gezielt und passend zur Jahreszeit beispielsweise bei den Annahmestellen der Stadtmission ab.

Auch bei der Berliner Stadtmission können Sie mehr spenden als bloß den Inhalt Ihres Kleiderschranks. Wie wäre es mit Ihrer Zeit? Wo Sie sich am besten einbringen können, erfahren Sie hier.

Ehrenamtlich aktiv für die Nachbarschaft

Wussten Sie schon, dass Sie auch in den Mieterbeiräten von degewo ehrenamtlich engagieren können?

Mieterbeiräte sind die Stimme der Mieterinnen und Mieter vor Ort.
Als wichtiger Partner in unseren Quartieren tragen sie zu einer wohnlichen, aktiven Nachbarschaft bei.

SOPHIA Berlin: Auf einen Plausch am Telefon

Im Kampf gegen die Einsamkeit im Alter hat der Sozialdienst SOPHIA Berlin ein Patentelefon eingerichtet. Seit Beginn der Pandemie wurde es für viele Seniorinnen und Senioren immer wichtiger. Viele von ihnen hatten ohnehin wenige soziale Kontakte, Corona hat das noch verschlimmert. Die ehrenamtlichen Telefonpatinnen und -paten klingeln meist einmal die Woche bei „ihren alten Leutchen“ durch, in einigen Fällen entwickelten sich daraus schon jahrelange Telefonfreundschaften. Ehrenamtskoordinatorin Eileen Seibt-Zudse freut sich über Neuzugänge. Mehr Infos finden Sie auf sophia-berlin.de.

Letztlich scheint es für jede und jeden das passende Ehrenamt zu geben: im Stehen oder Sitzen, mit oder ohne Menschen, in der Natur oder in der Sporthalle. Keine Ausreden mehr, probieren Sie’s mal aus!