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Nachbarschaft | Stadtgeschichte

Das sind die drei schönsten Berliner Windmühlen

Berlin ist eine Stadt der Windmühlen. Hätten Sie das gedacht? Begleiten Sie uns zu den drei schönsten Mühlen der Hauptstadt und finden Sie heraus, welche Mühle noch für feinstes Mehl und beste Brote ihre Flügel ausbreitet.

Wer gerne backt, hat eines immer auf der Einkaufsliste: Mehl. Tüte auf – und da ist es auch schon: fein, weich, weiß und in jedem erdenklichen Mahlgrad. Aber wussten Sie auch, dass in Berlin noch eine Mühle steht, die genau dieses Mehl gemahlen haben könnte? Wir zeigen Ihnen, wo die schönsten Berliner Mühlen stehen und warum sich ein Besuch lohnt, auch ganz ohne Leidenschaft zum Backen.

Aktive Mühle in Berlin: Die Britzer Mühle in Neukölln

20 Meter hoch und mit 12 Meter langen Flügeln ausgestattet – die letzte noch arbeitende historische Mühle Berlins. Wer sie sucht, kann sie am Rande des Britzer Gartens finden und an windigen Tagen in Aktion erleben. Die Britzer Mühle wird gemeinsam vom Verein Britzer Müllerei e.V. und unserem Kooperationspartner Grün Berlin gehegt und gepflegt. Mit dem dort gemahlenen Bio-Mehl werden in der Saison viele leckere Brote gebacken und in der „Brotstube“ vor Ort verkauft.

Der Champagner unter den Mehlen

Die Geschichte der historischen Windmühle reicht bis ins Jahr 1865 zurück. Die Holländermühle verfügt über eine umlaufende Galerie, über die die Flügel auch gewartet und per Seil gebremst werden können. Im Mahlwerk gibt es zwei Mahlgänge, einen mit französischen Steinen und einen mit Kunststeinen. Der französische Stein wird auch als „Champagnerstein“ bezeichnet und steht für die höchste Mehlqualität, die eine Mühle bieten kann. Klingt ganz so, als sollte man das Brot vor Ort wirklich einmal probieren. Derzeit wird die unter Denkmalschutz stehende Mühle saniert, die Bauarbeiten können online im eigens eingerichteten Mühlenblog verfolgt werden. Nach Fertigstellung kann die Mühle wieder besichtigt werden. Wann wieder Führungen stattfinden können, erfahren Sie ebenfalls auf der Webseite des Müllerei Vereins.

Älteste Mühle Berlins: Die Jungfernmühle in der Gropiusstadt

Wer im degewo-Quartier Gropiusstadt zu Hause ist, hat die Jungfernmühle direkt vor der Tür. Die kleine, achteckige Windmühle hat schon so manche Reise hinter sich. Das sieht man ihr mit ihren über 250 Jahren aber kaum an. Im Jahr 1757 vom holländischen Zimmermann Adrian den Ouden erbaut, stand sie zunächst in Potsdam. Rund 100 Jahre später wechselte die Jungfernmühle ihren Besitzer und machte einen kurzen Zwischenstopp auf den Rixer Rollbergen. Nach einem erneuten Verkauf im Jahr 1892 fand sie eine neue Heimat und lässt sich seither vom Wind in der Gropiusstadt umwehen.

In dieser Mühle kann man mahlen – und zwar kein Mehl

Nachdem die Jungfernmühle bis zu neun Tonnen Getreide am Tag zu Mehl verarbeitet hat, lässt sie es im Alter etwas entspannter angehen. Wer heute einen Ausflug in die Goldhammerstraße plant, sollte Hunger mitbringen, denn im Inneren der Mühle befindet sich inzwischen ein Restaurant. Für den Mühlenplatz entstehen außerdem viele weitere Ideen, die Sie bald auf einem Ausflug entdecken können.

Windy aus Marzahn: Die Bockwindmühle

Wenn die Marzahner Bockwindmühle eine Waage hätte, würden auf der Anzeige rund 45 Tonnen aufblinken. Also gerade richtig für den ältesten Windmühlentyp Europas. Typisch für diese Art der Mühlen ist ein einzelner Pfahl, der „Hausbaum“, auf dem das gesamte Mühlenhaus Platz findet. Diese Bockwindmühle ist noch ziemlich neu in der Berliner Mühlenfamilie, sie wurde erst in den Jahren 1993 bis 1994 erbaut. So jung wie sie ist, kann sie natürlich auch noch echtes Mehl mahlen. Wer erleben möchte, wie das Korn sich in feinstes Mehl verwandelt, sollte eine der Führungen in der Marzahner Windmühle besuchen. Aber auch Hochzeitspaare könnten hier einen passenden Ort für die Trauung – Verzeihung: Vermehlung ­­– finden.

Kennen sie die fünf weiteren Windmühlen Berlins?

Im 19. Jahrhundert gab es in Berlin noch rund 150 Windmühlen. Die meisten haben die Zeiten nicht überdauert, nur acht existieren noch. Drei haben wir Ihnen hier vorgestellt, kennen Sie die fünf anderen? Wer keine Lust auf Rätsel hat, findet hier die Auflösung.