Luftbild von Großberlin. © Credits: Unsplash /Julian Schiemann
Stadtentwicklung | Stadtgeschichte

Groß-Berlin wird 100 Jahre alt – degewo gratuliert

Vor 100 Jahren wurde Berlin vom einen Tag auf den anderen drittgrößte Stadt der Welt. Nur London und New York waren größer. Die Schaffung von Groß-Berlin prägt bis heute die Stadt. Die Ausstellung „Unvollendete Metropole. 100 Jahre Städtebau für Groß-Berlin“ wirft ein Schlaglicht auf die Stadtentwicklung der Großstadtmetropole und schaut gleichzeitg in die Zukunft des Jahres 2070.

„Berlin, die Stadt neben Schöneberg“ – so sollen laut Berlin-Biograf Jens Bisky vor 1920 US-Korrespondenten über die Hauptstadt gewitzelt haben. Damals waren Charlottenburg, Lichtenberg, Neukölln, Köpenick, Spandau, Wilmersdorf und eben auch Schöneberg eigenständige Städte. Eine Ausstellung zeigt die spannende Entwicklung des Berlins, das wir heute kennen – mit Unterstützung von degewo. 

Berlin wird Großstadt über Nacht – und keiner merkt’s 

Der Aufstieg Berlins zur Metropole fällt in eine Zeit, die noch kurz zuvor Krieg und Elend gesehen hatte, der Erste Weltkrieg und die Spanische Grippe lagen nur wenige Jahre zurück. Es ist die Zeit der politischen Instabilität, die junge Weimarer Republik hatte mit zahlreichen Umsturzversuchen, Hyperinflation und politischen Morden zu kämpfen. Es ist aber auch die Zeit der „Goldenen Zwanziger“, der Beginn der Massenkultur und der künstlerischen Avantgarde. In dieser spannungsreichen Zeit geht die Nachricht fast unter: Am 27. April 1920 beschließt die preußische Landesversammlung die Schaffung einer „neuen Stadtgemeinde Berlin“. Den Zeitungen war das nur wenige Zeilen wert.

Bild zeigt alten Zeitungsauschnitt über Großberlin.
Berliner Börsen-Zeitung, Abend-Ausgabe vom 27. April 1920

66 Quadratkilometer Hauptstadt

Vor 1920 machte die Stadt Berlin nur 10 Prozent ihrer heutigen Fläche aus. Auf 66 Quadratkilometern konzentrierte sich die politische Macht der Republik. Das kleine Kern-Berlin war jedoch schon eng mit den umliegenden Städten verwoben – sozial, wirtschaftlich, baulich, nur eben nicht politisch. Die Grenzen zu Schöneberg und Neukölln beispielsweise verliefen Haus an Haus. Neben den sieben vormals eigenständigen Städten wurden auch 27 Gutsbezirke und 59 Landgemeinden zusammen mit der bestehenden Stadt Berlin zu dem, was wir heute Berlin nennen. Schlagartig zählte die Stadt 3,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner – in etwa so viele wie heute. Wie sich Berlin inzwischen verändert hat, können Sie auf diesen spannenden Vorher-Nachher-Bildern sehen.

Unvollendete Metropole: Virtueller Rundgang durch die Ausstellung

Viel zu sehen gibt es auch in der Ausstellung „Unvollendete Metropole“ des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg. Im November und bis 20. Dezember ist die Ausstellung coronabedingt nur online zu besuchen. Unter diesem Link können Sie Raum für Raum die Exponate entdecken und Hintergrundinformationen zur geschichtlichen Entwicklung der Stadt erhalten. Ab 20. Dezember hoffen die Ausstellungsmacher, wieder Besucherinnen und Besucher im Kronprinzenpalais zu begrüßen. Aktuelle Informationen finden Sie auf unvollendete-metropole.de.

Städtebau im Wandel der Zeit

Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie Groß-Berlin von Anfang an Experimentierfeld für Wohnungs- und Städtebaupolitik war. Wer baut in der Stadt was und warum? Waren es in der Kaiserzeit vor allem private Gesellschaften, die die Stadt prägten, waren in den 1920ern die Kommunen federführend im Bauwesen. Es ist die Zeit der kommunalen Wohnungsunternehmen – so auch von degewo, 1924 unter dem Namen „Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaues“ gegründet. Wie Städtebau und Herrschaft zusammenhängen, dem widmet „Unvollendete Metropole“ einen eigenen Ausstellungsraum. Auch die Wohnungsfrage wird im Detail beleuchtet, der Wandel Berlins von einer Stadt der Mietskasernen zu einer Stadt der Großsiedlungen, die bis heute das Stadtbild prägen.

Unser Engagement für die Stadt

In fast allen Bezirken ist degewo zu Hause und übernimmt Verantwortung für die Stadt. Die Unterstützung der Ausstellung „Unvollendete Metropole“ ist nur ein kleiner Ausschnitt unseres Engagements. Mehr über unsere Aktivitäten erfahren Sie hier.