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Stadtentwicklung

Highspeed-Internet: Was Sie über Glasfaser wissen müssen

Ob Streaming, Download oder Videochat: Schnelles Internet ist wichtiger denn je, gerade jetzt, wo Hunderttausende Berlinerinnen und Berliner mehr Zeit zu Hause verbringen. Deswegen treibt degewo den Kabelausbau voran. Doch wie finden Sie heraus, ob Sie schon mit Lichtgeschwindigkeit surfen?

Kennen Sie diese Lampen, die aussehen wie dünne leuchtende Strohhalme? Dann haben Sie schon einmal einen Lichtwellenleiter in Aktion erlebt. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert die Datenübertragung mit Glasfaser, die uns schnelles Internet beschert.

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Anders als bei dieser Glasfaserlampe wird zur Datenübertragung in Glasfaserkabeln kein sichtbares Licht verwendet.

Glasfaser: Datenübertragung mit nahezu Lichtgeschwindigkeit

Glasfaserkabel übertragen Daten als Lichtsignale. Das Kabel besteht im Kern aus zahlreichen haarfeinen Fasern aus hochreinem Quarzglas, die jeweils von einem Mantel – dem sogenannten Cladding – umgeben sind. Da dieser Mantel das Licht nicht so gut bricht wie der Kern, bewegt sich das Licht wie im Zickzack durch den Kern fort. Diese zerbrechliche Konstruktion ist mehrmals mit Kunststoff ummantelt, sodass sie robust und biegsam ist. Darin werden unsere Daten über weite Strecken in nahezu Lichtgeschwindigkeit übertragen werden. Das dafür verwendete Licht ist aber nicht wie das der Sonne oder einer Glühlampe, sondern für unser Auge unsichtbar. In Glas bewegt es sich mit unvorstellbar schnellen 200.000 Kilometer pro Sekunde fort. Zum Vergleich: Ein Flugzeug ist ca. 0,08 Kilometer pro Sekunde schnell.

Unter dem Meer und im Vorgarten: Glasfaserkabel bringen schnelles Internet nach Hause

Gebündelte Glasfaserkabel verbinden etwa Amerika und Europa unter dem Meer. So werden beispielsweise die gesamten Börsendaten in einem eigens dafür verlegten Kabel schneller als in einem Wimpernschlag übertragen. Denn während der Mensch ca. 100 Millisekunden für einen Wimpernschlag braucht, benötigen die Börsendaten nur 59 Millisekunden, über den Atlantik. Dieselbe Technik bringt auch das schnelle Internet nach Hause.

Kupfer adé: Warum „die letzte Meile“ irgendwann Geschichte ist

Während viele Haushalte noch über Kupferkabel ans Netz angebunden sind, fällt diese „letzte Meile“ beim Anschluss ans Glasfasernetz weg. Man spricht von „Fiber to the building“ (FTTB), also Glasfaser bis ins Gebäude. Fachleute sehen darin die Technologie der Zukunft. Deutschlandweit verfügen rund zwölf Prozent der Haushalte über diesen direkten Zugang, in Berlin sind es derzeit fünf Prozent.

Glasfaserausbau von degewo und Vodafone

Damit in Zukunft mehr Mieterinnen und Mieter mit Gigabit-Geschwindigkeit surfen können, bauen degewo und Vodafone nun das Netz verstärkt aus. Mehr als 50.000 Haushalte profitieren zukünftig von etwa 590 Kilometer verlegter Glasfaser in Berlin, Brandenburg und Falkensee. Das ist eine Strecke so lang wie rund 16 Fahrten mit der Ringbahn. Wenn zu Hause das nächste Team-Meeting und ein Video für die Kinder gleichzeitig starten sollen, werden unter der Erde hunderte Megabyte Daten pro Sekunde gesendet und empfangen. So können alle Videos gleichzeitig abgespielt und ohne Unterbrechungen oder Qualitätsverlust übertragen werden.

Wie finde ich heraus, ob ich Highspeed-Internet habe?

Mithilfe des Breitbandatlas des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) können Sie nachschauen, wie viel Netzgeschwindigkeit an ihrem Wohnort aktuell bereits möglich ist. Glasfaseranschluss für degewo-Mieterinnen und Mieter gibt es beispielsweise in Köpenick und Gropiusstadt.