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Insekten: Nützliche Untermieter aus der Natur

Wer an Insekten oder Spinnen denkt, holt gedanklich schon die Fliegenklatsche raus oder versucht sie wenigstens noch mit dem Glas einzufangen. Doch es gibt gute Gründe, einige der Untermieter zu Hause aufzunehmen oder zumindest nicht gleich zu beseitigen.

Insekten, Ungeziefer, Krabbeltiere, na kitzelt es Sie schon überall? Beim Anblick von sechsbeinigen Insekten denken Sie vermutlich nicht sofort an Untermieter, die Ihnen in der Wohnung behilflich sein könnten. Dabei können sich Insekten und Spinnen durchaus nützlich machen in unseren vier Wänden.

Silberfische warnen vor Schimmelbefall

Silberfische zum Beispiel sind jedem vermutlich schon einmal über den Weg gelaufen. Die kleinen Krabbler sind weder gefährlich noch schädlich für den Menschen. Sie übertragen keine Krankheiten und sind auch kein Zeichen mangelnder Hygiene. Sollten Sie in Ihrem Haushalt Silberfische entdecken, steht zunächst nicht die Bekämpfung im Vordergrund, sondern die Frage, ob es zu feucht und warm bei Ihnen ist. Denn die kleinen Tierchen lieben feuchte Räume und Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Die Luftfeuchtigkeit Ihrer Wohnung sollte etwa zwischen 40-60 Prozent, im Bad bis zu 70 Prozent, betragen. Nach dem Duschen, Kochen und auch zwischendurch ist Lüften angesagt – das spart nebenbei auch Heizkosten. Der Silberfisch hat Sie so vielleicht auch vor einem (größeren) Schimmelbefall gewarnt, der sich mindestens genauso gerne in feuchten Räumen vermehrt.

Silberfische mit Hausmitteln bekämpfen

Doch zu viele kleine Untermieter müssen es auch nicht sein. Wenn Sie Lüften und Heizen in Ihre täglichen To-dos aufgenommen haben und die Silberfische loswerden möchten, gibt es zwei einfache Lösungen: Legen Sie nachts mit Honig bestrichenes Backpapier aus, Sie werden am nächsten Morgen Augen machen, wie viele Krabbeltiere nicht widerstehen konnten. Alternativ gibt es in der Drogerie Klebefallen mit Duftstoffen. Achten Sie jedoch darauf, dass keine Insektizide verwendet wurden und die Fallen feuchtigkeitsbeständig sind.

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Der Silberfisch bevorzugt geschützte und dunkle Ecken, daher ist er nur selten so gut zu erkennen, wie auf dieser Zeichnung.

Silberfische nicht mit Papierfischen verwechseln

Silberfische sollten Sie nicht mit Papierfischchen verwechseln, die haben es eher auf Zellulose und stärkehaltiges Material abgesehen (wie alte Zeitschriften oder Bücher, aber auch Tapetenkleister). Oft sind gebrauchte Umzugskartons für die Vermehrung verantwortlich. Lassen Sie Kartons und altes Papier nicht zu lange in der Wohnung liegen und saugen Sie regelmäßig, damit sich die ungebetenen Gäste auf keinen Fall bei Ihnen wohlfühlen. Papierfischchen sind in der Wohnung nämlich nicht so nützlich wie ihre silbrigen Verwandten und lassen sich oft nur mit Hilfe des Kammerjägers beseitigen.

Motten in der Küche loswerden

Aber nicht nur im Bad, auch in der Küche gibt es beliebte und weniger beliebte Gäste. Lebensmittelmotten gehören dabei sicher zu denen, die man besser nie hereingelassen hätte. Zwar sind die Tiere nur wenige Millimeter groß, dafür vermehren sie sich unter geeigneten Bedingungen rasant. Eine einzige, weibliche Lebensmittelmotte kann bis zu 500 Eier legen! Und die kleine, bräunliche Motte hat es auf unser Essen abgesehen: Besonders Mehl, Nüsse und Trockenfrüchte, aber auch Tierfutter haben es ihr angetan. Wenn Ihnen die nachtaktiven Tiere nicht direkt vor der Nase herumfliegen, erkennen Sie den Befall an fadenartigen Gespinsten. Lebensmittelmotten können beim Menschen Allergien und Magen-Darm-Erkrankungen auslösen, nicht nur deshalb sollten Sie unbedingt gegen sie vorgehen.

Lebensmittelmotten bekämpfen mit Schlupfwespen

Zunächst sollte das Nest der Lebensmittelmotte ausfindig gemacht werden. Dabei sind Kot, Larven und deren Eier gute Fährten. Entsorgen Sie alle offensichtlich befallenen Lebensmittel und lassen Sie sich dann von einem anderen Insekt helfen. Denn der natürliche Feind der Lebensmittelmotte heißt: Schlupfwespe! Die 0,3 bis 0,4 Millimeter kleinen Tiere sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, aber umso gefährlicher für die Lebensmittelmotte. Schlupfwespen lieben die Eier der Lebensmittelmotte und sorgen dafür, dass die Mottenplage ein Ende hat. Dabei sind sie nicht schädlich für den Menschen und verschwinden, sobald sie keine Motteneier mehr finden. Eine Win-win-Situation für Sie und die Schlupfwespe. Die Miniwespen lassen sich ganz einfach im Internet oder Baumarkt kaufen. Einmal in der Küche ausgesetzt übernimmt die Schlupfwespe den Job.

Die Heldin im Kampf gegen Lebensmittelmotten, die Schlupfwespe. © Credits: Adobe Stock / Christian

Lebensmittelmotten abschrecken bevor sie einziehen

Wer vorbeugend handeln möchte und den Duft von Lavendel mag, kann die Pflanze getrocknet in kleinen Säckchen in den Küchenschränken verteilen. Die Lebensmittelmotte wird vom Duft abgeschreckt und zieht so vielleicht gar nicht erst bei Ihnen ein. Außerdem sollten alle angebrochenen Lebensmittel am besten in wiederverschließbaren Behältnissen aus Porzellan, Kunststoff oder Glas verpackt sein. Materialien wie Papier oder Pappe stellen kein Hindernis für die Lebensmittelmotte da, bei großem Hunger beißen sich die Plagegeister selbst durch dünne Kunststofftüten.

Spinnennetz vor dunklem Hintergrund mit zahlreichen feinen Kammern im Detail. © Adobe Stock / Dirk

Spinnen in der Wohnung – vertreiben oder behalten?

Auch Spinnen genießen keinen guten Ruf, mit ihren acht Beinen sorgen sie für Angst und so manchen Schrei in Haushalten oder auf der Kinoleinwand. Mal abgesehen von Spiderman, aber auch der konnte das Image der Spinne bisher nicht nachhaltig verbessern. Dabei sollten wir beim nächsten Besuch der kleinen Krabbeltiere nicht vergessen, dass wir mit ihrer Hilfe einen natürlichen Feind von Mücken und Motten zu Hause haben. Eine einzige Kreuzspinne zum Beispiel, verspeist bis zu zwei Kilogramm Insekten im Jahr!

Schauen Sie also am besten zweimal hin, wenn Ihnen demnächst eines dieser vielbeinigen Tierchen über den Weg läuft oder fliegt. Denn es gibt meist eine konkrete Ursache für den Besuch – und manche wollen einfach nur helfen.