Wir bei degewo

Sanierungsserie Teil 2: Die Planung

Wie gehen wir bei einer Sanierungen vor? Das ist die große Frage dieser Serie. Teil 1 – die Bestandsanalyse, welche Gebäude im Jahr saniert werden sollen – ist abgeschlossen. Weiter geht es mit Teil 2: der Planung.

Katrin Baba-Kleinhans, Abteilungsleiterin Quartiersmanagement, Maik Welzel, Abteilungsleiter Sanierung im degewo-internen Bau- und Planungsbüro bauWerk, und Clemens Teichmann, Gruppenleiter der kaufmännischen Sachbearbeitung im Kundenzentrum Süd sprechen mit uns über die nächsten Schritte und welche Möglichkeiten der Partizipation die Mieterinnen und Mieter haben.

Nach dem Beschluss durch den Aufsichtsrat steht fest, welche Gebäude saniert werden sollen. Was passiert jetzt bei degewo?

Welzel: Die ausgewählten Projekte landen bei uns im bauWerk. Wir erarbeiten mit allen Beteiligten eine Aufgabenstellung und setzen externe Planer auf das Projekt. Sie untersuchen die Bausubstanz und prüfen, was genau gemacht werden muss. Eine gute Bestandsaufnahme ist außerordentlich wichtig, um Kostensicherheit für die weiteren Planungsphasen zu haben.

Teichmann: Im Fall des Greizer Viertels bei uns in Marienfelde haben wir beim Erarbeiten der Aufgabenstellung noch weiteres Potenzial erkannt.

Welzel: Ja, dort haben wir schnell festgestellt, dass das Ensemble die Möglichkeit bietet, neuen Wohnraum zu schaffen, indem man die Dächer aufstockt.

Von einer Großsanierung sind nicht nur einzelne Häuser und ihre Mieter betroffen, sondern das ganze Quartier.

Baba-Kleinhans: Deshalb ist es uns auch so wichtig, dass wir ein Sanierungsprojekt ganzheitlich betrachten. Bleiben wir beim Beispiel des Greizer Viertels: Da geht es nicht nur um neue Fassaden.

Welzel: Ja, deshalb unterteilen wir Großsanierungsprojekte wie diese, wo ein ganzes Quartier entwickelt wird, in mehrere Teilprojekte. Und jedes einzelne beschreibt sehr gut, was degewo wichtig ist ...

Teichmann: ... die Bestandsuntersuchung, die technische Gebäudesanierung, die Aufwertung des Wohnumfeldes, die Gewerbemieter, Fördermöglichkeiten, eine moderne Energie-, Strom- und Medienversorgung ...

Baba-Kleinhans: ... außerdem natürlich der schon erwähnte zusätzliche Wohnraum, Partizipationsmöglichkeiten, das Umzugs- und Neuvermietungskonzept.

Für Ihre Mieter ist das Stichwort Partizipation zentral.

Baba-Kleinhans: Genau, deshalb ist es sehr wichtig, dass wir uns früh Gedanken machen, in welcher Form die Mieter in die Planungen eingebunden werden können. Wir unterscheiden vier Stufen der Beteiligung: Stufe eins ist die Information, zwei die Konsultation, Stufe drei nennt sich Mitgestaltung, und bei Stufe vier dürfen die Mieter mitentscheiden.

Etwa 100 Mieter haben über die Entwürfe im Rahmen der Veranstaltung oder per Postkarte abgestimmt, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 35 Prozent. Für eine Aktion dieser Art ist das bei uns enorm viel.

- Katrin Baba-Kleinhans

Im Greizer Viertel haben Sie die Mieter bei der Fassadengestaltung einbezogen. Wie kam es dazu?

Teichmann: Bei der Planung der zukünftigen Gebäudehülle haben die Architekten recht früh drei verschiedene Gestaltungskonzepte vorgeschlagen: eine sehr klassische Variante, bei der die Fassade kaum verändert wird, das Konzept Natur mit vielen Holzelementen und eine moderne Optik mit Anklängen von Glas und Stahl.

Welzel: Uns im Projektteam gefielen alle drei Vorschläge sehr gut.

Baba-Kleinhans: Da hatten wir schnell die Idee, die Mieter über die Varianten abstimmen zu lassen. Wir haben sie um ihren Rat gefragt, sie mitgestalten lassen. Das haben wir in dieser Form bislang noch nicht gemacht. Auch die Infoveranstaltung dazu war anders als bislang.

Inwiefern?

Teichmann: Wir wollten den Mietern die Möglichkeit geben, sich selbst zu informieren. Also haben wir keinen Frontalvortrag gehalten, sondern die Mieter die Pläne und Entwürfe selbst an großen Schautafeln studieren lassen. Und wir haben natürlich Fragen beantwortet.

Baba-Kleinhans: Etwa 100 Mieter haben über die Entwürfe im Rahmen der Veranstaltung oder per Postkarte abgestimmt, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 35 Prozent. Für eine Aktion dieser Art ist das bei uns enorm viel.

Und für welchen Entwurf haben sich die Mieter entschieden?

Teichmann: Für die Variante „Klassik“ – der Entwurf, der sich eng an der heutigen Gestaltung orientiert.

Welche Schritte stehen denn nun in der Planungsphase an?

Welzel: Zeitgleich mit der Infoveranstaltung war die Entwurfsphase größtenteils abgeschlossen. Unsere Planer sitzen jetzt an der Ausführungsplanung und erarbeiten parallel bereits die Ausschreibung der Bauleistungen, sodass wir voraussichtlich im Sommer dieses Jahres die Modernisierungsankündigung an die Mieter im Viertel verschicken können.

Kann da noch was schiefgehen?

Welzel: Natürlich! Bei solchen Großprojekten ist man nie vor Überraschungen sicher. Vor allem die Ausschreibungsphase ist heikel, der Markt ist angespannt, heutzutage wird es zunehmend schwieriger, Fachfirmen zu finden. So etwas kann zu Terminverzögerungen führen.

Teichmann: Aber Stand heute ist: Im September soll die Sanierung im Greizer Viertel losgehen. Bauabschnitt für Bauabschnitt. Insgesamt werden wir circa fünf Jahre brauchen.

Baba-Kleinhans: Und ein Baubüro mit Sprechstunden wird es auch geben, damit sich die Mieter informieren und Wünsche und Verbesserungsvorschläge loswerden können.

Nun steht die Frage im Raum "Was bedeutet eine Sanierung für die Mieter und ihre Miete genau?" Lesen Sie hier Teil 3 unserer Serie.