degewo-Dialogstation geöffnet: Eine Holzkonstruktion mit Infotafeln und Sitzgelegenheiten
Engagement | Nachbarschaft

Mehr Raum für Beteiligung mit der degewo-Dialogstation

Das Team Partizipation im Quartiersmanagement von degewo schafft mit der mobilen Dialogstation einen Raum für Beteiligung bei Neubauvorhaben und Sanierungen. Teamleiterin Karolin Stirn und Mitarbeiterin Yasmin Jouni sprechen im Interview über das einzigartige Informations- und Mitmachtool. 

Mehr Information und Mitsprache von Anwohnerinnen und Anwohnern: Das ist unser Ziel. Die Dialogstation ermöglicht verschiedene Formen der Beteiligung und hilft dadurch die Teilhabe und Mitwirkung zu stärken. 

degewo | Was steckt hinter der Dialogstation und was habt ihr euch bei diesem Beteiligungstool gedacht? 

Karolin Stirn | Die degewo-Dialogstation ist ein Werkzeug, welches unter anderem bei unseren Neubau- und Modernisierungsvorhaben zum Einsatz kommt. Es ermöglicht verschiedene Partizipationsformate, wodurch sowohl Mietende als auch Anwohnende die Gelegenheit bekommen, bei der Gestaltung ihrer Nachbarschaft mitzuwirken. Man kann sich die Station als einen mobilen Pavillon vorstellen, der als fester Begegnungsort während eines Beteiligungsverfahrens eingerichtet wird. Damit können sich Anwohnerinnen und Anwohner über ein Bauvorhaben informieren und sich gleichzeitig untereinander austauschen beziehungsweise miteinander ins Gespräch kommen. Zusätzlich werden mit den Beteiligten ausgewählte Fragen rund um den Wohnungsbau bearbeitet. Im Zentrum steht hierbei in der Regel das entsprechende Wohnumfeld. 

Grafiken in einer Bildergalerie zeigen die degewo-Dialogstation im eingeklapptem Werkstattmodus.
Das multifunktionale Design ...
Grafiken in einer Bildergalerie zeigen die degewo-Dialogstation im augeklapptem Werkstattmodus.
der degewo-Dialogstation bietet verschiedenste ...
Grafiken in einer Bildergalerie zeigen die degewo-Dialogstation im Werkstattmodus.
Informations- und Partizipationsmöglichkeiten.

Wie ist die Dialogstation aufgebaut und welche Funktionen erfüllt sie? 

Yasmin Jouni | Wir beschreiben die Dialogstation immer als unseren multifunktionalen Holzpavillon, der verschiedene Möglichkeiten anbietet – sei es in einem geschlossenen oder offenen Zustand. Von außen ist sie mit Informationstafeln versehen. Außerdem gibt es eine Flyerhalterung und einen Briefkasten, in den Feedbackkarten und Fragen zum jeweiligen Projekt eingeworfen werden können. Bei Veranstaltungen öffnen wir die Dialogstation. Sie ist auf zwei Seiten aufklappbar, auf den Innenseiten befinden sich Korkpinnwände und Tische zum Aufklappen mit kleinen Hockern. Damit wollen wir die Menschen einerseits informieren, aber auch beteiligen – je nachdem, was für einen Handlungsspielraum wir in den Projekten haben. 

Mitbestimmung bei degewo

Uns ist der Austausch mit unseren Mieterinnen und Mietern wichtig. Deswegen nehmen wir Mitbestimmung ernst. Neben der Dialogstation gibt es viele weitere Möglichkeiten, sich bei uns einzubringen und die Nachbarschaft mitzugestalten, zum Beispiel in unseren Mietergremien.

Die Station ist also komplett mobil und kann überall aufgestellt werden? 

Yasmin Jouni | Genau. Die Dialogstation bleibt meist länger an einem Standort stehen. Die Einsätze können ein bis zwei Wochen dauern, aber auch bis zu vier Monate – ja nach Größe des Projektes. Allerdings ist die Dialogstation sehr groß und muss mit einem LKW angeliefert werden. Das ist an manchen Standorten nicht ganz einfach – deswegen setzen wir inzwischen auch Dialogpunkte ein. 

Wie unterscheiden sich die Dialogpunkte von der Dialogstation? 

Yasmin Jouni | Die Dialogstation ist unser Hauptinformationstool - die Dialogpunkte sind wie kleine Satelliten, die im Umfeld aufgestellt werden. Gerade bei Veranstaltungen in größeren Quartieren ist es hilfreich, mehrere Punkte zu haben, an denen sich die Anwohnerinnen und Anwohner informieren können. Wir haben die Dialogpunkte aber auch schon ohne die Dialogstation eingesetzt, da sie flexibler sind.  

Und wo kam die Station bisher zum Einsatz? 

Yasmin Jouni | Die Dialogstation ist schon seit vier Jahren im Einsatz und hat deswegen schon einige Projekte begleitet. Zuletzt wurde sie bei der Siedlungserweiterung in Kladow, bei den Sanierungsvorhaben Schlangenbader Straße und Schöneberger Terrassen sowie der Hofgestaltung am Mariannenplatz eingesetzt. 

Die degewo-Dialogstation steht auf einer grünen Wiese. An den aufgeklappten Seiten hängen Plakate. Davor stehen Personen und schauen sich die Plakate an. An der hinteren Seite der Dialogstation sitzen weitere Personen an einem kleinen Tisch.
Die degewo-Dialogstation ist im aufgeklappten Zustand. An einer Holzwand hängen mehrere große Plakate, daneben ein Briefkasten. Auf der Rückseite ein kleiner Tisch mit Hockern.
Mehrere Personen stehen um einen runden Tisch und unterhalten sich. Im Hintergrund zwei große Plakate.
Eine Person klebt mehrere bunte Post-its an eine Korkwand.
Drei Kinder sitzen an einem Tisch und malen. Hinter dem Tisch eine große Korkwand mit zwei degewo-Plakaten. Über den Kindern ein Sonnenschirm mit degewo-Logo.

Wie entwickelt sich die Dialogstation über die unterschiedlichen Projektphasen hinweg? 

Karolin Stirn | Unser Team aktualisiert die Station immer entsprechend der jeweiligen Phase, in der sich das Beteiligungsverfahren befindet. Zu Beginn gibt es Plakate zur Erstinformation. Dort werden alle Eckdaten zu einem Vorhaben und größere Themen wie Mobilität oder Freiraum vorgestellt. Diese hängen dann durchgängig an der Station, bis gegen Ende des Verfahrens die Ergebnisse präsentiert werden. 

Ist die Dialogstation auch Anlaufstelle für potenzielle Neumieterinnen und -mieter? 

Yasmin Jouni | Leider nicht. Unsere Arbeit zielt auf die frühzeitige planungsbegleitende und baubegleitende Information sowie Beteiligung ab. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, übergeben wir an unsere Zentrale Vermietung. Die Kolleginnen und Kollegen stellen die Mietwohnungen in unser Wohnungsportal ein, über das sich alle chancengleich bewerben können. Aufgrund der hohen Wohnungsnachfrage in Berlin ist uns ein fairer Vermietungsprozess wichtig. 

Warum ist es wichtig, vor allem Anwohnende und Bestandsmietende mit der Dialogstation anzusprechen? 

Karolin Stirn | Was wir tun, könnte man als „Konfliktprävention“ beschreiben. Es ist uns in erster Linie wichtig, dass es gar nicht erst zu Konflikten oder Missverständnissen rund um ein Bauvorhaben kommt, sondern, dass wir frühzeitig informieren und den Dialog ermöglichen. Dabei spielt es eine sehr große Rolle, den Menschen erst einmal zuzuhören, ihnen Wertschätzung entgegenzubringen und anschließend für Fragen zur Verfügung zu stehen. Im nächsten Schritt gehört dazu auch darüber zu sprechen, was sich die Betroffenen von ihrem Wohnumfeld wünschen und welche ausgleichenden Maßnahmen möglich sind. Das liegt uns sehr am Herzen, denn unsere Bestandsmietenden sind uns genauso wichtig wie potenzielle neue Mietende. 

Also wird dieser Prozess gut von den Anwohnenden angenommen? 

Karolin Stirn | Ja, auf jeden Fall. Meiner Erfahrung nach sind die Reaktionen durchweg positiv. Nicht nur von den Mietenden, sondern auch von den externen Gästen, wie zum Beispiel Beauftragte des entsprechenden Bezirksamtes, Stellvertretende der Mieterbeiräte, externe Fachplanende oder Vertretende der Sozialraumorientierten Planungskoordination, welche wir zu unseren Veranstaltungen und Workshops einladen, und nicht zuletzt von unseren Kolleginnen und Kollegen. Hier haben wir das Feedback bekommen, dass die Dialogstation von degewo etwas bislang Einzigartiges ist und sich sehr gut für solche Beteiligungsverfahren eignet. Wir sind sehr stolz darauf, mit unserem Team hier Vorreiter zu sein.